vis a vis: Ralf Stegner

Ralf Stegner

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Ralf Stegner – Wahlkampf-Fotos

Die Neugierde ist groß als ich die Klingel mit der Aufschrift „Stegner“ drücke.

Mit einem freundlichen Lächeln werde ich von Ralf Stegner, Spitzenkandidat der schleswig- holsteinischen SPD, in die Wohnung gebeten. Der Nußkuchen steht bereits auf dem Tisch und mir wird auf meinen besonderen Wunsch hin ein hervorragender Tee gereicht.

Exkurs: Kontaktaufnahme Ralf Stegner

Die SPD rief vor einigen Wochen bei mir an. Fotos von Ralf Stegner sollten gemacht werden.

Ich erklärte am Telefon die Grundzüge meiner Arbeitsweise. Ein Kennenlerngespräch sei Grundlage für alle Portraits, die bei mir in Auftrag gegeben werden. Da mache ich auch bei Politikern keine Ausnahme. Eine gewisse Verwirrung war am Telefon zu verspüren, dennoch wurde der Terminkalender nach einem geeigneten Termin durchforstet.

Im Stegnerschen Wintergarten

Ja, und nun sitzte ich in einem freundlichen Wintergarten und schaue in ein Gesicht, was ich so gar nicht zuordnen kann. Meine Profession ist es, mir innerhalb kurzer Zeit ein umfassendes Bild von einer Person zu machen. Ich kenne Ralf Stegner vornehmlich aus den Printmedien. Dieses Medienbild weicht sehr von dem ab, was ich vor mir zu erkennen vermag.

Ralf Stegner zeigt sich als aufmerksamer Zuhörer, läßt mich ausreden, ist freundlich zugwandt. Ein Gefühl von großer persönlicher Wertschätzung geht von ihm aus.

Die visuelle bzw. fotografische Strategie

In der Entwicklung einer fotografischen Strategie geraten wir ins Fachsimpeln. Wir kommen schnell zu dem Thema der Bedeutung von Fotos in der Öffentlichkeit. Ich berichte über meine Beobachtungen des Walkampfes von Barack Obama und seiner visuellen Strategie. Ralf Stegner referiert über die Theatralik im amerikanischen Wahlkampf.

Seine Söhne wuseln nach und nach in den Wintergarten. Dem Vater ist sein Stolz anzumerken, als sie mir wohlerzogen und freundlich die Hand reichen.

Wir zeigen uns Fotos

Ich präsentiere einige meiner Arbeiten am Laptop. Ralf Stegner zeigt sich begeistert von den Landschaftsaufnahmen. Einige meiner Hochzeitsfotos soll dann auch noch seine Frau begutachten. Sie lacht bei einer farbenfrohen Hochzeitsserie. Auch ihr gefallen meine Arbeiten.

„Ich zeige Ihnen dann mal meine Hochzeitsfotos!“

Ralf Stegner verschwindet im Nachbarzimmer und macht sich auf die Suche nach seinen eigenen Hochzeitsfotos. Kommt allerdings mit Fotos zurück, die ihn vor allen Dingen im politischen Alltag zeigen. Mit dem Zeigefinger tippt er auf seine Favoriten.

Der Ansatz meiner Portraitarbeit

Ich erkläre ihm den Ansatz meiner Portraitarbeit, also des Begleitens von Menschen in einem persönlichen Millieu.

Die Vorzüge meiner Portraitarbeit liegen darin, dass man mit diesem Ansatz vor allen Dingen authentische Fotos produziert.

Ralf Stegner erklärt mir, dass er nicht der Mensch sei, der sich gerne vor den Medien verbiege oder verstelle. Seine Haltung sagt mir zu und ich spüre, wie der Funke für eine gute Zusammenarbeit überspringt.

Ralf Stegner lächelt mich gegen Ende des Gespräches immer häufiger an. Ich zeige mich äußerst verwundert darüber, dass ich bei meinen Recherchen im Vorwege kaum Fotos von ihm gefunden habe, wo er mit einem Lachen zu sehen ist.

Die Medien schießen sich bei Personen, mit einer öffentlichen Erscheinung, schnell auf ein bestimmtes Bild ein. Ein Abrücken von diesem Bild verunsichert die Menschen. Ich nenne es selektive Wahrnehmung: Der Mensch nimmt das wahr, was er gewohnt ist und gerne sehen möchte. Das Schicksal von Berufspolitkern ist es, dieser selektiven Wahrnehmung ausgesetzt zu sein.

Ralf Stegner gefällt mein Ansatz für authentische Fotos, „lebensbejahend“ findet er meine Fotoarbeiten. Er freut sich auf eine Zusammenarbeit. Begeistert bin ich dann auch noch, als er mir freie Hand gibt, über dieses Projekt zu bloggen. Ein Entgegenkommen, was ich so von einem Politiker nicht erwartet hätte.

Das oberste Ziel des Kennenlerngespräches sehe ich mehr als erfüllt an. Ich verlasse das Haus Stegner mit einem vertrauensvollem Gefühl und bin sehr gespannt auf die weitere Zusammenarbeit und erste Fotos.

4 Kommentare
  1. Ich bin immer wieder verwundert, wie ‚anders‘ sich Politiker präsentieren, wenn mal nicht hundert Kameras auf sie gerichtet sind. Das habe ich während meiner Arbeit auch schon häufig gemerkt.

    Und ich muss ehrlich sagen, dass mir die Person Ralf Stegner – völlig unabhängig von der Politik – aus den Medien bisher nicht so sympathisch erschien. Dein Beitrag hat zumindest dafür gesorgt, ihn auch mal von einer anderen Seite zu sehen.

    Jetzt bin ich natürlich gespannt, was für Fotos aus Deiner Zusammenarbeit mit ihm herauskommen.

  2. @teatime: Danke für die Rückmeldung. Oh, da kommt in den nächsten Wochen noch ein bisschen was. Und ich verspreche tolle Fotos von dem Auftrag. Am besten den RSS Feed abonnieren oder bei Twitter aufmerksam sein…

  3. Klar, Teezeit folgt Dir schon. 😉

  4. Ein sehr schöner Situationsbericht, der endlich einmal den Menschen Stegner so zeigt, wie er wirklich ist und nicht so darstellt, wie die Medien ihn gerne darstellen.
    Ich habe von Stegner auch eine ähnliche Meinung – wenn man ihm persönlich begegnet, erlebt man einen anderen Stegner als in der Öffentlichkeit oftmals dargestellt.
    Ich bin gespannt auf die Fotos. Viel Spaß dabei.

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